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Deutsche Bank - ein nie endendes Märchen, oder doch?

Erst kürzlich wagte die EU den Schritt und wehrte sich auch mal deutlich gegen die mittlerweile völlig überzogenen Strafzahlung, die europäische Unternehmen fast regelmäßig an die USA ausschütten müssen. Es vergeht kaum ein Quartal an dem kein europäisches Unternehmen mit Milliarden-Strafzahlungen in den USA konfrontiert wird.

Kaum wurde im Juni bekannt, dass die amerikanischen Gerichte VW mit 14,6 Milliarden Dollar zur Kassen bitten, fordert die EU von Apple eine Steuerschuld von rund 13 Milliarden Dollar ein und zeigt somit Schlagfertigkeit. Nach dem Prinzip: "Angriff ist die beste Verteidigung", holt die USA die große Keule heraus und schlägt erneut auf die Deutsche Bank ein, die immer wieder genügend Angriffsfläche für derartige politische Spielchen bietet. Damit zeigt die USA nicht nur wer die Hosen an hat, nein sie zeigt auch wer den Machtausbau nicht über Leichen geht. Mit einer Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar für Vergehen am Hypothekenmarkt soll die Deutsche Bank belastet werden. Nun klingen 14 Milliarden Dollar im Vergleich mit den anderen Streitereien nicht viel, schaut man aber unter die Haube der Deutschen Bank kommt das einem Genickschlag gleich.

So ist die Deutsche Bank nach den jüngsten Kursverlusten aktuell mit 15,9 Milliarden Euro am Markt bewertet. Der Umfang der Rückstellungen für Streitigkeiten beläuft sich auf 5,5 Milliarden Euro, aus denen auch noch Streitigkeiten mit Russland zu bedienen wären. All diese Fakten sind auch dem amerikanischen Justizministerium bekannt, sodass hier ein bewusster KO-Schlag avisiert wird.

Kennen Sie den Vergleich mit Lehman Brothers, der vor einigen Jahren im Netz kursierte? Weit hergeholt scheint das Ganze nicht. Witziger Weise lag zum Zeitpunkt der Erstellung die Deutsche Bank noch bei 14 Euro und notiert nun schon bei 11,60 Euro trotz mehrjähriger Erholung.

Deutsche Bank Analyse
Quelle: dailybail.com

Die Deutsche Bank hat seit der Finanzkrise nun schon sechs Kapitalerhöhungen hinter sich, was schlussendlich zu immer neueren Tiefs führte. Doch dieses Mal wird sich die Deutsche Bank wohl nicht mit einer Kapitalerhöhung retten können. Betrachtet man die Tatsache, dass mit der letzten Kapitalerhöhung die Kernkapitalquote erhöht werden sollte um den aufsichtsrechtlichen Regularien gerecht zu werden, müsste eine erneute Kapitalerhöhung nahezu einer Kapitalverdopplung gleich kommen. Und sind wir ehrlich. Würden Sie der deutschen Bank im aktuellen Umfeld nochmal 16 Milliarden zu stecken? Wohl doch eher nicht.

Nun kann man "hoffen", dass die Strafe noch deutlich heruntergehandelt wird, doch Experten gehen davon aus, dass jede Strafe über 4 Milliarden für die Deutsche Bank zum Verhängnis wird. Was dann anschließend folgen wird sind Herabstufungen von Ratingagenturen und Druck aus den Finanzaufsichten die Kernkapitalquote zu halten. Mit einer Nachsicht rechne ich hier nicht seitens der Regulierer. Einzigste Möglichkeit die hier im Raum steht, ist eine politische Lösung. So bin ich mir sicher, dass ein entgegenkommen im Streit mit Apple, auch den Druck auf die Deutsche Bank abmildern lassen würde.

Neben einer Kapitalerhöhung stünde der Deutschen Bank sonst nur noch die Option auf eine Verstaatlichung. To big to fail and to bad for nationalization, das wird wirklich noch interessant hier.

Schauen wir uns mal den Chart an, so sehen wir das die Deutsche Bank (DBK) einen sehr harmonischen Chartverlauf hat, der sich immer mit Fibonacci-Retrecaments oder Extensions abstecken lässt. Auffällig dabei ist, dass die DBK historisch gesehen bevorzugt an Fibonacci-Leveln der untergeordneten Art reagiert wie einem 127iger oder 76iger. Dabei beziehen sich die Kursziele immer auf eine Ableitung der vorhergehenden Wellen. Unterstellt man hier nun eine Systematik, wäre das nächste Systemziel bei 6,85 Euro auszumachen, alternativ das 127iger bei -5 Euro ;). Bei 6,85 könnte man dann mal ins fallende Messer greifen und mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis auf eine Erholung wetten. Gut vorstellbar wäre, dass sich die Streitigkeiten zur Strafzahlung noch weiter hinziehen, bis die Deutsche Bank bei 6,85 Euro angekommen ist. Dabei rede ich nicht von Stunden oder Tagen, sondern von Wochen und Monaten. Reagiert die Deutsche Bank Aktie dann deutlich auf dem Niveau von 6,85 Euro könnte man sich dort in die Erholung einkaufen und den Stop knapp unter 6 Euro platzieren.

Deutsche Bank Analyse
Monatschart DBK.DE

Da auch auf 11,92 ein attraktives Fibbonaci-Retracement liegt, wäre eine Kurserholung "charttechnisch" gesehen auch aus der aktuellen Position durchaus denkbar und würde sich mit einem Trendbruch ab 13,90 Euro bestätigen. Mit einem Stop bei 11,20 könnte man bei Trendbruch dann auf das Ziel bei 22,50 Euro spekulieren.

Grundsätzlich bleibe ich aber vorerst noch bearish und spreche ein Kursziel von 6,85 Euro für die nächsten 6 Monate aus. Diese Ansicht wird angepasst, wenn die DBK die 13,90 und auch das vorherige markante Finanzkrisentief bei 14,1 überwinden kann.


Analyse zur Deutschen Bank von Martin Neick alias DrMartin Kawumm.

Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Analyse nicht im Besitz von in der Analyse erwähnten Finanzinstrumenten ist, aber eine entsprechende Positionierung anstrebt und weist auf den bestehenden Interessenkonflikt hin. Der Inhalt der Analyse spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder. Dieser übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus. Dieser Beitrag stellt keine Kauf. oder Verkaufsempfehlung dar, er dient rein zur Erläuterung charttechnischer Analyseansätze.

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Na da hat sich nun aber einer aus seiner Range gestreckt und lang gemacht. Auch …

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