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Deutsche Bank - eine unendliche Geschichte !

Zum 06.03.2017 ist es nun raus. Die Deutsche Bank kündigte eine erneute Kapitalerhöhung an. Da wir charttechnisch einen Trendbruch der jüngsten Aufwärtsbewegung sehen, ist es nun wichtig hier noch einmal genauer hinzuschauen!

Ich zitiere dazu einmal schnell die bullishe Variante aus der letzten Analyse vom 20. September 2016: "Da auch auf 11,92 ein attraktives Fibbonaci-Retracement liegt, wäre eine Kurserholung „charttechnisch“ gesehen auch aus der aktuellen Position durchaus denkbar und würde sich mit einem Trendbruch ab 13,90 Euro bestätigen. Mit einem Stop bei 11,20 könnte man bei Trendbruch dann auf das Ziel bei 22,50 Euro spekulieren."

Nach dem erfolgtem Trendbruch bei 13,90 Euro schoss die Deutsche Bank hinauf auf 19,96 Euro, erreichte das Ziel bei 22,50 Euro aber nicht. Da sich im Tagesschart nun bereits der Trendbruch der Aufwärtsbewegung abzeichnet, liegt ein Verkauf offener Restpositionen nun nahe. Doch bis wohin kann die Deutsche Bank nun fallen?

Wichtig ist sich einmal vor Auge zu halten, was da eigentlich passiert. Eine Kapitalerhöung um 8 Mrd. Euro. Was bedeutet das eigentlich? Es bedeutet, dass sich die Deutsche Bank neues Geld bei ihren Anlegern und Investoren pumpt. Man könnte nun böse ergänzen: "..um es der Justiz in den Rachen zu werfen." 😀 aber wir konzentrieren und mal ganz neutral auf die Tatsachen. Acht Milliarden Euro sollen über 687,5 Millionen neue Aktien zu je 11,65 Euro eingetrieben werden.  Dabei greift die Deutsche Bank deutlich unter den aktuellen Kurs von 17,63 Euro.

Ich hoffe Sie können die Zahl von 697,5 Millionen Aktien überhaupt richtig greifen!? Bisher hat die Deutsche Bank nämlich 1.379 Millionen Aktien ausgegeben. Dazu kommen nun nochmal knapp 50% oben drauf. Ich denke ich muss Ihnen nicht erklären, dass sich ein Aktienkurs durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt, aber ich denke Sie stimmen mir zu, wenn ich sage, dass man sich bisher nicht wirklich um Papiere der Deutschen Bank gerissen hatte. Von einem Nachfrageüberhang ist der Kursverlust von fast 90% seit Mai 2007 jedenfalls nicht entstanden 😉

Vielleicht hilft es Ihnen auch mal kurz vor Augen zu haben, wie sich der Aktienkurs nach den bisherigen Kapitalerhöhungen so entwickelt hat und vor allem, wie viel bereits reingeflossen sind. Ich zeichne dies mal in den Chart mit ein:

Deutsche Bank Analyse
Chartdarstellung: Deutsche Bank - Monatschart

Da darf man sich bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 26,55 Mrd. Euro doch ruhig mal fragen, wo denn das liebe Geld geblieben ist. Vermehrt hat es sich ja offensichtlich nicht. Traurig, traurig. Bonuszahlungen und Rechtsstreitigkeiten haben das liebe gute Geld der Investoren verschlungen. Hier mal nochmal die kurze Auflistung über die Maßnahmen:

  • 25. Juni 2014: 359,8 Mio. neue Aktien zu 8,5 Mrd. Euro. Bezugspreis 22,50 Euro je Aktie.
  • 30. April 2013: 90 Mio. neue Aktien zu 2,96 Mrd. Euro. Bezugspreis 32,90 Euro je Aktie.
  • 06. Oktober 2010: 308,6 Mio. neue Aktien zu 10,2 Mrd. Euro. Bezugspreis 33,00 Euro je Aktie.
  • März 2009: 50 Mio. neue Aktien zu 958 Mio. Euro.
  • 22. September 2008: 40 Millionen neue Aktien zu 2,2 Mrd. Euro. Bezugspreis 55,00 Euro je Aktie.
  • April 1999: 80 Mio. neue Aktien zu 3,3 Mrd. Euro.
Deutsche Bank Analyse
Chartdarstellung: Deutsche Bank - Tageschart

Schauen wir aber noch einmal auf den Chart. Der Tageschart weist nun wie bereits angesprochen einen Trendbruch der Aufwärtsbewegung auf. Naheliegend wäre daher nun ein Erreichen des Gaps vom 06.12.2016 bei 16,50 Euro. In dieser Zone könnte sich die Deutsche Bank dann mal an einer Stabilisierung versuchen, die letztendlich scheitern dürfte und weitere Kursabgaben bis in den Bereich zwischen 13,75 bis 13,00 Euro erwirken sollte. Im letztgenannten Bereich könnte sich dann ggf. sogar ein langfristiger Einstieg in die Deutsche Bank aus charttechnischer Sicht lohnen, daher werde ich im Falle dessen, auf jeden Fall nochmal durchfunken, wenn es soweit ist 🙂 Solange ist die Deutsche Bank aber nun weiter gefährdet hier anzukippen.

Viele Grüße
Euer Martin

Analyse zur Deutschen Bank von Martin Neick alias DrMartin Kawumm.

Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Analyse nicht im Besitz von in der Analyse erwähnten Finanzinstrumenten ist, aber eine entsprechende Positionierung anstrebt und weist auf den bestehenden Interessenkonflikt hin. Der Inhalt der Analyse spiegelt die persönliche Meinung des Autors wieder. Dieser übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus. Dieser Beitrag stellt keine Kauf. oder Verkaufsempfehlung dar, er dient rein zur Erläuterung charttechnischer Analyseansätze.

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