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Nutzerfrage zu Marken und Triggern

Guten Morgen Martin!

Frage: Wenn du Marken handelst, zb im 5min Chart short unter 12595- warte ich dann bis die Kerze unter 12595 schließt oder soll man noch auf eine zweite Kerze als Bestätigung warten?
Oder im Plugin zb, soll man das direkte Durchkreuzen einer Marke handeln oder erst wenn die Kerze in der Zeiteinheit darunter/darüber schließt?

Danke,
Lg Iris

Hallo Iris,

also hier muss man unterscheiden. Wenn ich Marken handle, dann meist nur die kurzen Reaktionen an den Marken, also immer entgegen der aktuellen Bewegung. Würde heißen, dass ich an den Marken die kurz hoch zucken einfach mal rein gehe. Wie hier die roten Kreisel.


Marken die direkt durchrannt werden, wie die blaue da, würde ich so nicht handeln. Ja und da merkst du dann auch schon, mit Close der Kerze kann man da nicht viel anfangen. Meist schließe ich die Position sogar genau dann, wenn die erste Reaktionskerze schließt. Dabei achte ich aber auch nur darauf wann der Markt aufhört zu schieben, wann geht der Druck raus, wann reißt er nicht mehr nach oben sondern verliert an Fahrt. Da gehört dann auch ein wenig Intuition dazu. Ich denke das bekommt man aber auch recht fix rein, wenn man eben genau darauf achtet. Das Gefühl, wann der jetzt drehen will und wann nicht, das formt sich dann. Das ist aber nicht zu verwechseln mit dem Bauchgefühl, das man als Tradernovize mitbringt, das ist oft trügerisch und wird manipulativ vom Markt gegen einen verwendet (z.B. „der Muss doch hier jetzt mal fallen“ ). Da bedarf es also viel Beobachtung und Studium. Schreib Dir ruhig auf was Du beobachtest, insbesondere was Du immer wieder beobachtest, wie verhält sich der Markt bevor er eine kleine Umkehr macht, wie bevor er weiter im Trend rennt, wie bevor er eine große Umkehr macht.. Das sind die Dinge mit denen man dann als Trader dann Geld verdient. Es gibt so viele die immer sagen oder schreiben: war ja klar, nun machen die Amerikaner oder der Dax wieder genau das und das, aber handeln tun sie es nie. Muss man aber. Genau das was man häufig beobachtet, MUSS man im Grunde dann auch systematisch angehen. Nicht das was man nicht erwartet und das machen die meisten Anfänger. Man freut sich solange alles läuft wie es soll und handelt dann sobald, der Markt vom Plan abweicht, weil er ja nach Plan laufen soll. Das ist aber genau verkehrt herum!

Nun aber wieder zurück zur Marke. Das zählt da definitiv mit rein. Ausschlaggebend ist für mich einfach nur wie er an der Marke zu zucken beginnt, oder eben zu bremsen. Wird die Frequenz der Ticks höher und dann auch in die Gegenrichtung kleine Schübe wahrnehmbar, dann gehe ich da rein und klatsche den Stopp hinter das Tief da. Aber die Reaktion an der Marke ist das a und o. Wenn Du das probierst, mach es am besten erstmal auf dem Demo, bis Du ein gutes Gefühl dafür findest. Unabhängig von Gewinn und Verlust, da darf es bei der Erfahrungsausbildung erstmal nicht gehen. Versuch auch nicht den Weg zu finden zu 100% richtig zu liegen. Das Ziel muss sein, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie der Markt sich an wichtigen Punkten verhält, kurz bevor er eindreht. Umso öfter Du das beobachtest und  begleitest, umso eher werden Dir ähnliche Situationen auffallen und die kannst Du dann mit Echtgeld angehen. Klappen wir das dann auch nicht immer, aber eben öfter. Bei der Inveus-WM letztes Jahr habe ich im Finale die erste Woche übrigens auch nichts anderes gemacht, einfach nur gewartet ob und wie die Marken reagieren und dann entweder kurz mitgegangen oder einfach weiter abgewartet. Das Ziel sollte schon sein, eher in einem Verhältnis von mindestens 1:10 zu agieren. Ein Trade auf 10 beobachtete Reaktionen. Eben die rauspicken, die wirklich genauso aussehen wie die Male vorher, als er dann von den Marken zurück gedreht ist.

Dazu sagen möchte ich aber auch, dass ich solches Markentrading auch nicht an jedem Tag mache, sondern nur wenn der Dax in einer Art Range notiert, wie gerade übrigens auch. Ab dem Moment, wo der Dax regelmäßig wieder neue Wochen- und Monatshochs bzw. Tiefs generiert, fahre ich solche Ansätze zurück und versuche eher prozyklisch vorzugehen. Da kommen wir dann an den Punkt: Trigger.

„zb im 5min Chart short unter 12595- warte ich dann bis die Kerze unter 12595 schließt oder soll man noch auf eine zweite Kerze als Bestätigung warten?“ -> Im Grund ja. Ein Close dahinter ist oft signalgebend, ABER auch hier kann man mittels Erfahrung durch Beobachtungen sich Vorteile erzielen, denn oft ist der erste Close hinterm Trigger dann meist schon wieder am Ziel, da der Trigger so viel Energie entfaltet, dass der Markt gleich direkt ans Ziel springt. So und genau diese Energie die in einen Ausbruch oder in einen Trigger fließt kann man mit bloßem Auge wahrnehmen. Entweder schaut man auf das zunehmende Volumen im Orderbuch, oder einfach auf die zunehmende Tickfrequenz. Bei manch einem springt da der Lüfter vom Rechner an, der andere bemerkt wie zappelig der Kurs plötzlich wird. In der Regel ist das immer ein Zeichen für zunehmendes Volumen und das ist immer gut für einen Ausbruch.

 

Somit könnte man bei Short 12595 dann schon bei 592 reingehen, wenn da gut Bewegung aufkommt und sich Schub nach unten entfaltet. Beim prozyklsichen agieren wird es aber immer mal wieder vorkommen, dass man einsteigt und der Markt genau dann aber umdreht und zurückläuft. Das passiert und gehört dazu. Das passiert auch mir. Den Ansatz deswegen dann aber sofort verwerfen weil sich das schlecht anfühlt darf man aber nicht. Wesentlich öfter laufen solche Trigger nämlich direkt an, ohne auch nur 1p ins Minus zu laufen. Wenn wir einen Close hinterm Trigger bekommen ist das immer gut und bestätigend, aber selbst ich entscheide mich oft schon vor dem Close für einen Einstieg. Manchmal klappt das dann nicht, oft aber schon. Auch hier zählt: beobachten, beobachten, beobachten! Glaub mir, das Gefühl dafür bekommt man recht schnell. Man muss eben nur auf die richtigen Dinge achten und das auch alles dokumentieren. Und beobachten kann man auch auf einem Demokonto. Erstmal muss man Erfahrung sammeln, dann muss man die verdichten und erst danach kann man damit Geld verdienen und das Risikomanagement drum herum bauen. Beginnt man zu zeitig, baut man die Erfahrung um das Risikomanegemnt und um die Gewinne und Verluste die man hatte. Da die aber nichts mit dem System zu tun haben, was man beobachtet, ergibt sich hier ein Gap, dass dann ein negatives Ergebnis bedingt. Erst beobachten, dann verdichten, dann MoneyManagement drauf setzen, dann aktiv ausnutzen.

So nun ist das ein halber Roman geworden, aber ich denke das ist wichtig. Sicher auch für den ein oder anderen.

Liebe Grüße
Martin von money-monkeys.de



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