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Nutzermails und Antworten // Tradeanzahl und Trailing-Stopps

Ich möchte heute nochmal zwei Gesprächsverläufe aus Nutzermails in Teilen hier mit rumschicken, da die Mails doch immer wieder als moralische Begleiter gute Zustimmung finden und sich viele auch damit identifizieren können. Punkt 1 aus der Kategorie: „Hören Sie auf den ganzen Tag wildes Zeug zu handeln und konzentrieren Sie sich auf einzelne gezielte Aktionen.“, Punkt 2 bezieht sich auf „Optimieren Sie Ihr Trading nach Ihren Ansprüchen und stimmen Sie Ihr persönliches System auch auf Sie persönlich ab! Das geht aber nur auf fundierter dokumentierter Basis.“

Nachricht Nutzer 1 im Nachgang von Seminarrückfragen:

[…]

ja Trade zu viel wenn ich in mein Buch schau 29.06.18   71 Trades  +11.- € oder 09.07.18  59 Trades +12.-€

uund teilweise Tage mit 50-60 Trades... das ist anstrengend und bringt nixe...

habe auch noch eine offene Pos. im Gold die mir bei SL das Depot zum zweiten Mal zerhaut...

Forex ist einfach der Versuch was neues auszuprobieren, so bin ich gestrickt immer was neues oder auch immer was tun,

kann ganz schlecht davorsitzen und zuschauen....

Ja und klassischer Rückfall um taggleich Verluste auszugleichen mit höheren Pos. ranzugehen ging natürlich auch schief...

Soviel wollte ich gar nicht offenbaren -) na ja

 

Hatte gedacht das wäre schon besser, mit Beschränkung 5-6 Trades am Tag war ich besser...

[..]


Antwort an Nutzer 1 im Nachgang von Seminarrückfragen:

[..] und zu den Trades, was soll ich da sagen. 50-60 ist zu viel. Das weißt du selber. Wie viel bleibt da hängen? Das muss man schon aus Effizienz-Gründen hinterfragen, ob sich für die 11€ dann der ganze Aufwand lohnt.. Schau mal ich habe im Juli etwa an 7 Handelstagen aktiv per Hand gehandelt (also keine ELISA Sachen). Dabei sind 28 Trades entstanden. Davon war ein Tag mit 10 kurzen Trades dabei, an den anderen Tagen waren es im Schnitt 3 Trades. Der Knackpunkt ist aber, an den anderen 14 Handelstagen habe ich nichts gemacht. Einfach nur zugeguckt. Am Monats-Ende steht es nun so:

Pro Trade stehen dabei etwa 150€ auf der Habenseite und das ist auch ein Niveau, dass ich  zu halten versuche, denn ein Trade kostet mich in der Regel etwa 30 Minuten bis 1 Stunde, davon gehen manche Trades schon nach einer oder spätestens 5 Minuten raus, andere liegen aber schon eine oder mehrere Stunden und pro Stunde sollte schon eine angemessene Vergütung bei rumspringen. Die 28 Trades sind dabei wirklich auch schon recht viel. Meist liege ich in anderen Monaten meist sogar unter 20 Trades. Hier beispielhaft der Juni dazu:

 

Auch hier siehst Du wieder: pro Trade etwa 150€ unterm Strich. Die Handelstage im Monat waren da sogar nur vier. 4 Tage an denen ich meine M5-Marken und insbesondere engulfings davon weg gehandelt habe. So wie ich es in Frankfurt gezeigt hatte.

Beide Monate liegen dabei noch deutlich unter meiner Ziel- und meiner Erwartungshaltung, auch die Positionsgröße war durchgängig eher am unteren Rand. Pyramidisieren konnte ich nicht einen einzigen Tag. Da der Markt nie in meine Richtung eskalierte. Aber Du weißt warum ich die Ziele nicht erreicht habe, trotz das mir „mehr“ auch definitiv gut gefallen hätte! Weil die Tage an denen ich nicht gehandelt habe, nicht gepasst haben. Weil es immer etwas gab, dass mich persönlich gestört hat, und wenn es nur meine Gemütslage gewesen ist. Was wäre passiert, wenn ich an den Tagen trotzdem gehandelt hätte? …Richtig, die Wahrscheinlichkeit für ein Tagesabschluss im Minus wäre extrem hoch gewesen. Das wiederum hätte mich also nicht weiter nach vorne, sondern eher zurückgeworfen. Daher ist es unheimlich wichtig, dass man lernt nur dann zu handeln, wenn es passt. Und nicht dann, wenn man sich genötigt fühlt, sei es vom Markt, von offenen Forderungen die man durch Trading begleichen will, Verluste die man ausgleichen will/muss, oder was auch immer. Wenn Du Dich gezwungen fühlst zu handeln, wird das immer wieder in die Hose gehen. DU musst handeln, wenn FÜR DICH!!! alles passt. Und dann eben auch mit Ruhe

Schau Dir zum Beispiel den Juni mit an bei mir. Da ist mir so gut wie kein Trade in den Stopp gelaufen und warum? Nicht weil ich besonders geil bin und alles besser kann als andere. Nein, dafür gibt es nur einen einzigen Grund: Weil ich eben gewartet habe und das länger als andere! Das ist das einzige entscheidende Merkmal. Weil ich auf jeden dieser Trades einfach mal lange gewartet habe und alles das was mir nicht hundert prozentig gepasst hat, einfach nicht gehandelt habe. Weil ich an allen Tagen nicht gehandelt habe, wo mir das Wetter einfach nicht gefiel, weil ich nahezu jede Verfallswoche komplett ausgelassen habe, weil ich jeden Tag ausgelassen habe, an dem ich nicht voll fit war. Die Trades selber sind dabei alle von Marken weg die wir hier im Dienst beschrieben. Nach eben den Dingen die wir beim Seminar besprochen haben. Manche Trades gehen dabei nicht einmal 5 Minuten, manche sogar nur eine Minute, andere schleifen sich über eine Stunde hin. Und das ist nun Dein Part. Nicht mir das nach zu machen, aber herauszufinden, wo Dein Optimum liegt. Du schreibst selber bei 5-6 Trades am Tag lief es bei Dir besser. Dann handel auch nur die 5-6 Trades. Völlig egal was drum herum passiert.

Und mach es wirklich! Du siehst selber, dass Du das kannst und das du auch performen kannst, aber, wenn Du Dir dann mit solchen Aktionen wieder die Fahrt versaust, dann kann kein Plus rauskommen. Nicht nachhaltig. Und ohne Plus kann man auch nicht regelmäßig mal was auszahlen. Und da soll es ja hingehen. Also falls Du mal wieder irgendwo hängst und in alte Muster kommst, dann musst wirklich schneller schalten und dich nicht erst melden, wenn es zu spät ist 😉 Hier ist immer einer bei uns da, der da auch mal schnell was zu schreiben kann. Alleine bist Du nicht! Pause machen hilft auch. Aber auch bei Zeiten. Wenn Du merkst, dass Du Mist machst, nimm nen Zettel in die Hand und schreib Dir auf, was Deine nächsten Schritte sind und dann halt Dich dran. Also halt mich bitte auf dem Laufenden und nimm Fahrt raus, 50-60 Trades ist zu viel!!
[…]

Nachricht Nutzer 2:

[…] Ich hätte noch eine Frage an dich: handelst du bei manchen Orders mit einem Trailing SL? Ich komme nur darauf, weil ich eigentlich vor hatte die aktuelle Bewegung im DAX, zusätzlich zum Intraday Handel, mit einem Trade aus dem Bereich 12550 bis hin zur ca. 13000 oder auch noch weiter zu begleiten und diesen mit einem Trailing SL absichern wollte. Ich habe den wohl zu eng gesetzt und wurde bei der 12770 ausgestoppt…..an sich natürlich überhaupt nicht schlimm, allerdings wollte ich dich mal fragen wie du bei sowas verfährst, falls du überhaupt so handelst und welche Anhaltspunkte im Chart du dir mit wie viel Spielraum raussuchst. [..]

 

Antwort Nutzer 2:

 

[…] Aaaalso das mit den SL nachziehen ist so eine Sache. Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Eher Vor- und Nachteile. Der ein oder andere schwört auf das stetige nachziehen des SL. Ich habe das lange genug probiert und mich damals immer wieder nur darüber geärgert, dass ich viel zu früh rausgenommen wurde. Klar gab es auch Momente in denen der Trailing mir noch Restgewinne einbrachte, oft waren das aber Stellen, wo ich selbst schon viel früher hätte selber einen Teilverkauf vorziehen sollen, weil eben deutlich dynamische Gegenbewegungen kamen. Der Trailing wirkt halt immer von hinten. Man stößt die Position immer hinten raus klein und mir ging es einfach zu oft so, dass der Markt meinen Trailing-Stopp löste und dann aber weiter rannt bis zu meinem Ziel und mir dadurch einfach viele Punkte entgingen. Ich bin seither kein Freund vom Nachziehen und gehe damit sehr sparsam um. Ich ziehe Trade auf Einstand nach, aber das ist eher eine Gefühlsfrage. Laut Statistik entgehen mir dadurch sogar ein paar Punkte auf dem Papier. Die Sache ist nur, dass der Kopf nicht mehr so gut mitmacht, wenn man immer nur im Minus geknallt wird und das wiegt den Nachteil dann auf 😉

Ich kenne sogar Institutionelle die sagen: ein Stopp darf niemals verändert werden, auch nicht zur Absicherung auf Null. Mit der Veränderung des Stopps geht immer eine Variablenwechsel einher der die bedingte Wahrscheinlichkeit zum Stopp erhöht und die Wahrscheinlichkeitsbetrachtung des ursprünglich gesetzten Trades völlig verwirft. Das nennt man dann auch aus mathematischer Sicht das „Ziegenproblem“. Hier etwas mehr im Detail erklärt (https://www.youtube.com/watch?v=p-B8ovx6LMw). Sobald man also den Stopp anfässt, greift man immer in die ursprüngliche Chancen- und Risikobewertung ein. Also nochmal zusammen gefasst. Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Du musst selber bei dir schauen, ob nach Deinem Handelsansatz ein Nachziehen unterm Strich von Vorteil ist oder nicht.

Ich habe mich dagegen ausgesprochen. Das ist dann natürlich an solchen Punkten ärgerlich, wie bei unserer ELISA letzte Woche, als diese 195p vorn lag und 5p vorm TP zurück drehte. Wir saßen dann da und hatten aller viertel Stunde eine neue Mail fertig gemacht, dass wir vorzeitig den TVK realisieren, die wir dann abschicken wollten, sobald der mal nochmal etwas runter setzt.  Aber der kam dann nicht nochmal runter, wir konnten die Mail nicht abschicken und der Dax rannte uns die 195p wieder komplett zurück bis auf den Einstand raus. Klar ist das ärgerlich, wir haben aber auch vor einigen Monaten mal einen Trade knapp 500p halten können, der wäre uns mit nachziehen zig mal mit +40p oder +30p abgeholt worden. Nur dadurch, dass wir nicht nachgezogen hatten, konnten wir somit noch 500p rausholen und unterm Strich war das dann einfach effizienter. Das kann bei Dir aber anders aussehen, je nachdem wie du tradest, daher schau es Dir genau an und DOKUMENTIERE Dir ganz genau, was mit und was ohne passiert wäre, damit Du Deine Entscheidung dann auf einer fundierten Basis treffen kannst.  […]

 

 

 

Hinweis gemäß §85 WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor erklärt, dass er zum Zeitpunkt der Analyse im Besitz von in der Analyse erwähnten Finanzinstrumenten ist und weist auf den bestehenden Interessenkonflikt hin. Weiterhin spiegelt der Inhalt des Beitrages die persönliche Meinung des Autors wieder. Dieser übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus. Dieser Beitrag stellt keine Kaufs- oder Verkaufsempfehlung und somit auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf, dar. Bedienen Sie sich der aufgezeigten Kurszonen, handeln Sie auf Ihre eigene Verantwortung. 

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